UNZEITGEMÄSS

gegen die Zeit und dadurch auf die Zeit und hoffentlich zu Gunsten einer kommenden Zeit

Sozialpädagogik gefangen in ihren eigenen vier Wänden

Während der Beschäftigung mit der Sozialpädagogik und nach einer Betrachtung der wichtigen Gesetze (KHJG) für die Kinder- und Jugendhilfe, stieß es mir doch mehrfach auf.

Die Sozialpädagogik benutzt gerne ein Viereck als Überblick über ihre verschiedenen Handlungsfelder. Es existiert ein Spannungsfeld zwischen a) den Professionellen/PädagogInnen, b) den Adressaten, c) den Organisationen/Trägern und d) Gesellschaft, Politik, Staat. Diese vier Handlungsfelder tragen im Idealfeld ihre Konflikte untereinander demokratisch aus.

Dieses Schemata schafft Grenzen und vereinfacht die Komplexität, sowie Vielschichtigkeit der Thematik! Es setzt die Demokratie ohne Diskurs ins Absolute und behandelt alle vier Interessengruppen gleichberechtigt. Zudem erscheinen die Sozialpädagogik und die Probleme der Gesellschaft als systemimmanent. Die Sozialpädagogik überwindet nicht die Probleme. Sie gehören nunmal dazu, sie sind natürlich.

Warum partizipieren Jugendlichen nicht schon im Bereich “Staat, Politik, Gesellschaft” ? Wo ist die demokratische Kultur in dieser Demokratie.  Es scheint fast so, als hätte die Politik das Thema Kind auf die machtlose Sozialpädagogik abgeschoben. Behandelt  die Sozialpädagik nicht nur die Symptome und übertünscht die eigentliche Krankheit. Wo ist das Recht auf Bildung, das Kinderwahlrecht oder altersgerechte Politiksprache. Dieses Viereck idealisiert und verzerrt die Wirklichkeit. Kinder und Jugendliche haben keine Lobby! Die Schule ist eine lehrerInnenzentrierte Zwangseinrichtung, die oft kaum ein Interesse an der Entfaltung des Schülers oder der Schülerin zeigt.

Für gewisse Zwecke möchte diese Veranschaulichung ihren Sinn machen. Bei Verwendung sollte jedoch ein kritischer Satz nicht fehlen. Ein alternatives Schemata folgt demnächst …

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